| EDDA JACHENS
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Kreise
50 x 32 cm
Preis auf Anfrage

Kreise
50 x 32 cm
Preis auf Anfrage

Atmosphäre Blau 051102
Acryl, Paraffin auf Holz, 2002
50 x 50 x 1,5 cm
Preis auf Anfrage

Konstellation Pink und Lindgrün
Acryl, Paraffin auf Holz, 2002
60 x 60 x 1,5 cm
Preis auf Anfrage
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Geometrische Formen liegen allen ihren
Arbeiten zugrunde. Es sind Farbflächen entweder zentral im
Bildraum situiert oder Folgen von Farbflächen und Farbstreifen
in horizontaler Richtung. Assoziationen zu Bildkonzepten wie sie bei
den Züricher Konkreten der Fünfziger- und
Sechzigerjahre zu beobachten sind – als
„Farbthemen“ etwa bei Camille Graeser –
werden wach, aber auch gleich einer anderen Beobachtung unterworfen.
Denn Edda Jachens koordiniert frei, das heisst weder nach
Farbflächengleichheit noch nach anderen formalen Konzepten.
Ihr Gefühl für Harmonie spekuliert mit der sanften
Veränderung, welche der Paraffinauftrag – farblos,
3-4 Millimeter stark – zu verursachen vermag. Zwischen hellen
und dunklen Streifen bzw. Flächen setzt sie
„vermittelnde“ Akzente. Wenn sie sich auf zwei
dunkle Farben und Weiss beschränkt, zum Beispiel in einem
36er-Raster, zeigt ihre Verteilung der einzelnen Module, was subjektive
Aleatorik vermag.
Die Konkrete
geometrische Konzeption ist Bedingung für das Gelingen des
durch die Paraffinschicht erwirkten Scheins. Das geometrische Muster
wird unscharf. Ein unscharfes Muster jedoch würde einfach
verschwimmen und wäre letztlich sinnlos. Es sind auch die
präzisen geometrischen Formen, welche dem Nachbildeffekt
bekanntlich am deutlichsten ausgesetzt sind. Noch wenig beachtet wurde
wahrscheinlich die Tatsache, dass Farben und Formen, die durch eine
Paraffinschicht sozusagen „gebrochen“ werden, also
selbst schon Nachbilder der präzisen Grundformen zu sein
scheinen, besonders lebhafte Effekte ergeben. Die Paraffin-Farbtafeln
werden dadurch, wenn immer sich die Wahrnehmung mit ihnen
beschäftigt, zu einer Art leiser Entfernungsprozesse. Die
materiellen Grundlagen werden vergessen; die Entmaterialisierung,
verursacht durch transparente Gestaltung, transzendiert.
Edda Jachens kann
mit ihren Objekten echte mediale Ereignisse schaffen: Medienereignisse,
die an Ort und Stelle in das räumlich-zeitliche Kontinuum
überleiten. Dass sie als Künstlerin der
Konstruktiv-Konkreten Kunst sich dabei der einfachen präzisen
Formen bedient erinnert an „zeitlose“
Harmoniegesetze und sokratische Weisheit. Überhaupt ist das
Gleichnishafte, das den Schein der Erscheinungen, das heisst die
Abhängigkeit des Unsichtbaren vom Bestand der Physis,
sinnlich-geistig erfahrbar werden lässt, wie eine Erinnerung
an grosse Dialoge.
Eugen Gomringer
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