DIRK SALZ

Arbeiten

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o2 (2/5)
Gefärbtes Glas, Multiplex
100 x 9 x 35 cm
2012
Preis auf Anfrage





1921
Harze, Pigmente, MDF, Multiplex
50 x 50 x 5 cm
2012
Preis auf Anfrage




1925
Harze, Pigmente, MDF, Multiplex
170 x 60 x 10 cm
2012
Preis auf Anfrage



1924
Harze, Pigmente, MDF, Multiplex
120 x 100 x 8 cm
2012
Preis auf Anfrage




1866

Harze, Pigmente, Aluminium, Multiplex
100 x 90 x 7 cm
2012
Preis auf Anfrage





1836

Harze, Pigmente, MDF, Multiplex
50 x 50 x 5 cm
Preis auf Anfrage





1855
Harze, Pigmente, MDF, Multiplex
120 x 42 x 8 cm
2010
Preis auf Anfrage


Auf MDF-, Holz- oder Aluminiumplatten wird schichtweise leicht pigmentiertes Harz aufgetragen. Dazu werden immer Teile des Bildes abgeklebt, die im nächsten Arbeitsgang mit nicht pigmentiertem Harz ‚gefüllt‘ werden. Die Anzahl der erforderlichen Schichtungen ist von der vorab in maßstabsgetreuen Skizzen erfolgten Komposition abhängig. In der Regel sind 7 bis  8 Schichten und annähernd doppelt so viele Arbeitsgänge zur Fertigstellung erforderlich.

Die besondere Auffälligkeit der Arbeiten von Dirk Salz ist die in den meisten Fällen hochglänzenden, z.T. an Spiegel erinnernden Oberflächen. Durch sie ist das erkennen des ‚eigentlichen Bildes‘ faktisch unmöglich, da – egal aus welchem Blickwinkel der Betrachter schaut – die Spiegelungen dies verhindern. Die daraus resultierende Irritation ‚was ist im Bild und was ist Spiegelung‘, thematisiert die (‚Un-‘) Zuverlässigkeit menschlicher Wahrnehmung und ist integraler Bestandteil der Arbeiten.
Im Spannungsverhältnis zu den Betrachter ‚abweisenden‘, vom Bild fernhaltenden Reflexionen der Oberfläche, steht die extrem transparente Schichtung der Arbeiten und die daraus resultierende Tiefe, die den Betrachter ins ‚Bildinnere‘ zieht.

Im konkreten Gegensatz zur kleinlichst geplanten Komposition der Aufteilung der Bildfläche steht der schwer kontrollierbare Umgang mit dem Material. So offenbaren die Bilder bei sehr genauer Betrachtung Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche und auch der Strenge der Linienführung oder der Dichtigkeit des Farbauftrags.

„Indem Dirk Salz in seinen neuen Bildern Oberflächenreiz und Tiefenwirkung bzw. Reflexion und Transparenz in ein produktives Spannungsverhältnis zueinander setzt, initiiert er das Sehen als einen Erfahrungsprozess. Seine Arbeiten behaupten weder, einen Blick hinter die Dinge freizugeben noch begnügen sie sich mit einem unverbindlichen Spiel von Formen und Farben. Stattdessen wecken sie die Entdeckerlust des Auges. Bei ihrer Betrachtung kann man sich dessen vergewissern, dass Sehen kein bloßes Registrieren von vorhandenen Tatsachen, kein bloßes Abrufen von Informationen ist. Indem sie unser Wahrnehmungsverhalten deutlich herunterbremsen, das im Alltag auf das schnelle Erfassen von Sachverhalten trainiert ist, lassen diese Bilder das Sehen als einen komplexen Vorgang erfahren. Man kann die Arbeiten von Dirk Salz als „slow paintings“ bezeichnen (um ein neuerdings ins Spiel gebrachtes Schlagwort zu gebrauchen).  „Langsamkeit“ bezieht sich auf den zeitaufwändigen Produktions-, vor allem aber den Wahrnehmungsprozess. In ihr zeigt sich der Zeit-Faktor dieser Bilder. Die Zeit ist kein äußerlich beobachtbarer Gegenstand, sondern, mit Immanuel Kant gesprochen, „nichts anders, als die Form des innern Sinnes, d. i. des Anschauens unserer selbst und unseres inneren Zustandes.“  Die Arbeiten von Dirk Salz – und darin liegt ihre Relevanz - zielen exakt auf den „inneren Zustand“, auf das „Anschauen unserer selbst“ im Akt der Bildbetrachtung.“

Peter Lodermeyer, Auszug aus Katalogtext ‚Unbedingt‘ 2010)